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Klinische Psychologie - Übersicht Psychosen

Bei einer Psychose besteht ein krankhafter Geisteszustand. Der Betroffene leidet unter Wahnerlebnissen, hat eine veränderte Wahrnehmung und eine falsche Interpretation der Realität. Er glaubt, dass er Gesund ist und seine Umwelt sich verändert hat. Die Leiden des Betroffenen treten als Halluzinationen oder als Wahn auf.

 

Es gibt exogene und endogene Psychosen. Eine exogene Psychose hat immer einen organisch Gehirnschädigenden Auslöser. Diese können verschiedene Ursachen wie z.B. Hirnschädigungen. Bei den endogenen Psychosen kann die Herkunft kann nicht genau bestimmt werden, ein psychosozialer Bezug wird nicht ausgeschlossen. 

 

Exogene und Endogene Psychosen unterteilen sich wie folgt:

 

Primäre und sekundäre Schädigung – Exogen

Primäre Ursachen sind direkte Schädigungen des Gehirns. Dazu zählen Gehirnerschütterungen, Hirnhautentzündungen, Gehirntumore. Kurzweg alles, was das Gehirn direkt beschädigt hat.

 

Akute organische Psychosen – Exogen

Die akute organische Psychose ist die Folge einer Hirnschädigung die wieder ausheilt. Sowie diese wieder weg ist, verschwinden auch wieder die psychotischen Symptome. Es sollte hier immer eine Bewusstseinstrübung vorliegen.

 

Folgende organische Psychosen gibt es:

 

Delir/ Delirium – Organisches Psychosyndrom bei akuten körperlichen Erkrankungen mit einer Bewusstseinsstörung. Als Ursache kommen Vergiftungen und Infektionen in Frage. Offensichtliche Symptome können Halluzinationen, Orientierungsstörungen, Bewusstseinsstörungen, übermäßiges Schwitzen, Unruhe und Herzrasen sein.

 

Amentielles Syndrom  - Kann bei Durchblutungsstörungen im Gehirn, als Begleitung beim Alkoholdelir und bei Schädel-Hirn Traumas auftreten. Der Betroffene leidet unter Ratlosigkeit, illusionärer Verkennung der Wirklichkeit, Desorientiertheit, Bewusstseinstrübungen, Denkstörungen und zusammenhanglosen Denken.

 

Durchgangssyndrom – Betroffene haben meist nach dieser Psychose eine Amnesie und können sich nicht an die zeitlich begrenzte Psychose erinnern. Diese tritt mit Denkstörungen, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, Stimmungsschwankungen und Desorientierung auf. 

 

Dämmerzustand -  Die Umwelt wird für Stunden oder Tage mit einer gefälschten oder verzerrten Wahrnehmung erkannt.  Sie können nach Vergiftungen, Schädel-Hirn Traumas und einer Epilepsie auftreten. Betroffene erinnern sich daran nur Lückenhaft oder gar nicht.

 

Wernicke-Korsakow Syndrom – Beim Wernicke Syndrom handelt es sich um einen Vitamin B1 Mangel. Ist dieser behoben, klingen auch die Symptome ab. Das Korsakow Syndrom wird meist durch Alkoholismus ausgelöst. Weitere Ursachen können Vitaminmangel, Traumata und Infektionen sein. Betroffene sind Desorientiert und haben Gedächtnisstörungen.


Chronisch organische Psychosen – Exogen

Diese Psychosen sind Folgen einer Schädigung oder Verletzung des Gehirns. Diese ist nicht wieder zu beheben und können sogar weiter fort schreiten. Es werden nur noch die Symptome, nicht mehr die Ursache behandelt.

 

Folgende gibt es dabei:

 

Chronisches pseudoneurasthenisches Syndrom – Kommt bei Traumata, Hirngefäßerkrankungen und im ersten Stadium der Demenz vor.

 

Organisch bedingte Persönlichkeitsänderung – Kommt bei Epilepsie, Traumata, Tumoren, Operationen, Infektionen und Vergiftungen vor. Der Betroffene hat sich vollkommen verändert im Fühlen, Denken und Handeln. Er ist möglicherweise unberechenbar und eine Gefahr für sich und die Umwelt. 

 

Demenz – Ist eine eigene Krankheit und der Betroffene verliert seine sozialen, kognitiven und emotionalen Fertigkeiten. Zu erst wird das Kurzeitgedächtnis und später auch das Langzeitgedächtnis mit den entsprechenden Ausfällen betroffen. Das Bewusstsein und die Sinneswahrnehmung sind dabei nicht betroffen. 

 

Defektsyndrom – Tritt bei einem Wachkoma auf. Die Großhirnfunktionen sind fast vollständig inaktiv und der Betroffene ist wach, aber ohne Bewusstsein. 

 

Affektive Psychose - Endogen
Affektive Psychosen sind die Manie und die endogene Depression. Diese Gruppe von seelischen Erkrankungen ist für die Betroffenen nicht willentlich zu kontrollieren und unterliegt massiven Schwankungen. In einem Moment tief betrübt und im nächsten völlig überdreht. In diesem Stadium ist die Bipolare Störung (Zyklothymie) erreicht. 

Formen des Verlaufs

 

Monopolar  – nur depressive oder nur manische Phasen
Bipolare – depressive und manische Phasen wechseln sich ab
Monophasische – einmalige Depression oder einmalige Manie
Polyphasische – viele depressive und manische Phasen

 

Schizophrenie – Endogen

Bei einer schizophrenen Psychose leidet der Betroffene unter Halluzinationen, Wahnideen, einem Identitätsverlust und zieht sich sozial zurück. Die Herkunft ist bisher ungeklärt, aber ein genetischer Bezug wird nicht ausgeschlossen. Sie verläuft in Schüben und wird schnell chronisch.

 

Verschiedene Symptomatiken  unterscheiden die Schizophrenie wie folgt:

 

Paranoide Schizophrenie – Der Betroffene hat Wahnerleben mit meist akustischen Halluzinationen.

 

Hebephrene Schizophrenie – Der Betroffene hat Denk und Sprach-, Affektive und amotivationale Störungen.


Katatone Schizophrenie – Der Betroffene hat Störungen der Psychomotorik und  des Antriebs. 

 

Schizophrenia simplex – Der Betroffene hat Verhaltensauffälligkeiten und zieht sich sozial zurück. Die ausgeführten Aufgaben werden weniger und er wird Gefühlskälter.

 

Schizophrenes Residuum – Der Betroffene leidet schon länger unter Verhaltensauffälligkeiten und Rückzug. Dazu kommen Halluzinationen und Paranoide Attacken.

 

Schizoaffektive Psychosen – Der Betroffene hat starke Halluzinationen und manische Stimmungsschwankungen.  

 

Undifferenzierte Schizophrenie – Der Betroffene kann keiner der genannten Schizophrenien zugeordnet werden.

Quelle: Lehrbrief der Paracelsus Schulen

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