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Klinische Psychologie - Psychogene Störungen

Zu den psychogenen Störungen zählen Angststörungen, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen und erlebnisreaktive Depressionen. Kennzeichnend für psychogene Störungen ist, das Sie immer einen erkennbaren Auslöser in der Lebensgeschichte des Betroffenen vorliegt.

 

Die psychogenen Störungen unterteilen sich in drei Gruppen:

 

-    Abnorme Erlebnisreaktionen
-    Neurosen
-    Persönlichkeitsstörungen

 

 


Abnorme Erlebnisreaktionen

 

Abnorme Erlebnisreaktionen sind nicht „normale“  Reaktionen des Betroffenen. Diese sind dann sehr Intensiv und zeitlich ungebunden. Es besteht ein Konflikt oder Trauma als Auslöser, mit deren Verarbeitung der Betroffene in dem Moment überfordert ist. Der Betroffene beruhigt sich mit der Zeit wieder und zeigt dann meist wieder „normale“ Reaktionen.

 

Bsp. 
Nach Unfällen kommt es vor, das Betroffene wie verwirrt umher irren und nicht Ansprechbar sind.

 

Die abnorme Erlebnisreaktion unterteilt sich in:

 

-    Akute Belastungsreaktion – Der klassische Nervenzusammenbruch. Diese tritt während einer akuten psychischen Überlastung/ eines Trauma-Erlebnisses auf. Es beginnt mit einem Dämmerungs/ Betäubungszustand. Der Fokus ist nur noch auf den Auslöser gerichtet. Es folgen Ärger, Angst, Verzweiflung und depressive Stimmungen, abwechselnd und nicht von langer Dauer. Körperliche Symptome sind Herzrasen, Schwitzen, Zittern oder körperliche Starre.

 

-    Posttraumatische Belastungsstörung -  Die psychische Überlastung/das Trauma-Erlebnis liegt schon eine Weile zurück, kann innerlich aber nicht abgeschlossen werden und drängt wieder in den Vordergrund. Träume oder Flashbacks treten auf und eine innerliche Abgestumpftheit und massive Gleichgültigkeit kommen dazu. Alles was mit dem Erlebten zu tun hat, wird gemieden und löst Ängste/ Aggressionen aus.

 

-    Anpassungsstörung – Die psychische Überlastung/ das Trauma liegen kurzfristig zurück und das abnorme, nicht dem Traum entsprechende Verhalten dauert meist nicht länger als 6 Monate.

 

-    Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung – Die Auslöser sind sehr extrem wie Kriegserlebnisse, große Umweltkatastrophen und Todesängste. Das Auftreten der Veränderung dauert wenigstens 2 Jahre an und beeinflusst verschiedenste und wesentliche Teile der Persönlichkeit. Kennzeichnend sind sozialer Rückzug, Gefühlsleere und Nervosität.

 

 


Neurosen

 

Zu den hier zählenden Neurosen gehören Phobien, Angststörrungen, Zwangsstörrungen, somatformen Störrungen und die erlebnisreaktive Depression.

 

-    Angststörrungen – Hierzu zählen die soziale Phobie (Angst in sozialen Situationen), die Agoraphobie (Angst nicht schnell Hilfe zu bekommen), die Panikstörrung (Angstattacken), spezifische Phobie (Bsp. Flugangst), generalisierte Angststörrung (Angst ohne einen Auslöser). Betroffene von Angststörrungen haben ein erhöhtes Suchtrisiko oder Leiden zusätzlich noch unter einer Sucht.

 

-    Zwangsstörrungen -  Zwangsstörrungen sind Angsterkrankungen, weil die Betroffenen den Zwang ausführen müssen, um Ihre Ängste kontrolliert zu bekommen. Bsp. Ein Betroffener der sich immer wieder die Hände wäscht und nichts steriles Berühren will, hat sehr wahrscheinlich Angst vor Keimen.

 

-    Psychogene Depression – Sie unterteilt sich in erlebnisreaktive und neurotische Depression. Die erlebnisreaktive Depression löste ein Trauma aus und folgt zeitnah auf das Erlebnis. Ähnlichkeiten mit der verlängerten Trauerreaktion und einer Anpassungsstörrung. Die neurotische Depression wird in der frühen Kindheit durch ein Trauma das nicht verarbeitet wurde und was nicht mehr bewusst ist, ausgelöst. Hierbei kommt es im Erwachsenenalter zu einer ähnlichen Situation, die alte Ängste auslöst und zur Depression werden lassen.

 

-    Konversionsstörrungen – Betroffene von dissoziativen Störrungen leiden unter anderem am Verlust von Erinnerungen, Bewusstseinsstörrungen, Identitätsstörrungen und Körperkontrollverlust. Auslöser sind nah zurückliegende Traumas und/ oder unlösbare Konflikte.

 

Hierzu zählen die dissoziative Fugue (Flucht aus der gewohnten Umgebung), die dissoziative Amnesie (Erinnerungsverlust für wichtige Fakten), der dissoziative Stupor (Erstarren und keine Körperreaktionen) und Trance und Besessenheitszustände (Identitätsverlust und falsche Wahrnehmung der Realität).

 

-    Somatoforme Störrungen -  Betroffene sind sehr viel bei Ärzten, die aber keine körperlichen Ursachen für die körperlichen Schmerzen finden können. Hierzu zählen die Somatisierungsstörung (Schmerzen treten ohne körperliche Gründe auf), die anhaltende somatoforme Störung (körperliche Beschwerden treten häufig mit Konflikten zusammen auf)  und die hypochondrische Störung (körperliche Symptome sind nicht vorhanden, Ängste sind der Treiber). 

 

 

 

Persönlichkeitsstörrungen

 

Dies sind Störungen im Verhaltensmuster die  anhaltend, stabil und tief verwurzelt beim Betroffenen sind. Persönlichkeitsstörungen werden von Betroffenen zu Ihnen gehörend empfunden und ähneln anderen psychischen Störungen. Die Persönlichkeitsstörungen unterteilen sich wie folgt.

 

-    Schizoide Persönlichkeitsstörung – Betroffene haben soziale Kontaktprobleme (Isolieren sich) und scheinen Gefühlskalt.

-    Paranoide Persönlichkeitsstörung – Betroffene haben den Eindruck das alles gegen Sie persönlich gerichtet ist und sind sehr misstrauisch Ihrer Umwelt gegenüber.

 

-    Emotional instabile Persönlichkeitsstörung – Hier gibt es den Borderline-Typus und den impulsiven Typus. Betroffene handeln oft aus launenhaften Stimmungen heraus und blenden Konsequenzen Ihres Handelns aus. Wutausbrüche und gewalttätiges Handeln schaffen oft weitere Konflikte.

 

-    Antisoziale Persönlichkeitsstörung – Betroffene halten sich nicht an Normen und Werte der Gesellschaft und werden dennoch oft charismatisch Verehrt. Sie fallen durch Rücksichtslosigkeit und ausgeprägtem Egoismus auf.

 

-    Histrionische Persönlichkeitsstörung -  Betroffene haben ein sehr starkes Geltungsbedürfnis in Verbindung mit einem starken Kontaktbedürfnis, mit einer Liebes- und Bindungsunfähigkeit. Sie schrecken dabei nicht vor Selbstverletzung oder Simulation zurück.

 

-    Ängstliche Persönlichkeitsstörung – Betroffene haben kein Selbstvertrauen und sind sehr zurückhaltend. Sie sind Unsicher und verhalten sich sehr zurück gezogen in Ihrer Persönlichkeit.

 

-    Asthenische Persönlichkeitsstörung – Betroffene sind schnell erschöpft und fühlen sich überfordert/ inkompetent. Sie nutzen häufig Ihr soziales Umfeld um Ihre Handlungskompetenz von dort zu bekommen.

 

-    Anankastische Persönlichkeitsstörung – Betroffene leiden unter einem selbst gesetzten Perfektionismus mit qualenden Tendenzen. Sie sind sehr unflexibel und alles soll nach Ihren Vorstellungen ablaufen 

 

-    Sonstige spezifische PersönlichkeitsstörungenDepressive Persönlichkeitsstörrung (Betroffene sind konstant pessimistisch), Hyperthyme Persönlichkeitsstörung (Betroffene sind überdreht und künstlich witzig), Narzisstische Persönlichkeitsstörung (Betroffene suchen Anerkennung und Bewerten nur Äußerlichkeiten), Exzentrische Persönlichkeitsstörung (Betroffene sind unkonventionell und nicht durchschnittlich) und die Unreife Persönlichkeitsstörrung (Betroffene verhalten sich kindisch und können dies nicht kontrollieren) 

Quelle: Einführung in die klinische Psychologie - Lehrheft Paracelsus Schulen

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